Einsamkeit bei Jugendlichen: Wenn Verbundenheit fehlt
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Einsamkeit bei Jugendlichen ist mehr als Alleinsein
Mitten in der Schulklasse, im Ausgang oder auf Social Media – und trotzdem das Gefühl haben, niemanden zu haben, mit dem man wirklich reden kann. Was viele überrascht: Einsamkeit ist heute längst kein Thema des hohen Alters mehr. Besonders Jugendliche und junge Erwachsene berichten immer häufiger, dass sie sich einsam fühlen.
Der aktuelle OECD-Bericht Child, Adolescent and Youth Mental Health in the 21st Century (2026) zeigt, dass sich die psychische Gesundheit junger Menschen in vielen OECD-Ländern seit Jahren verschlechtert. Als wichtige Schutzfaktoren nennt die OECD stabile Beziehungen, soziale Verbundenheit und niederschwellige Unterstützung.
Warum fühlen sich Jugendliche trotz vieler Kontakte einsam?
Einsamkeit bedeutet nicht automatisch, allein zu sein. Vielmehr entsteht sie dann, wenn die Beziehungen, die man sich wünscht, nicht den Beziehungen entsprechen, die man tatsächlich erlebt.
Jugendliche sind heute ständig erreichbar und digital vernetzt. Gleichzeitig berichten viele, dass sie sich selten wirklich verstanden oder angenommen fühlen. Hinzu kommen Leistungsdruck in Schule und Ausbildung, soziale Vergleiche über digitale Medien sowie Sorgen um die eigene Zukunft. All diese Faktoren können dazu beitragen, dass sich junge Menschen trotz vieler Kontakte isoliert fühlen. Auch die Schweizer Bildungsexpertin Prof. Dr. Margrit Stamm weist darauf hin, dass Einsamkeit bei Jugendlichen vor allem dort entsteht, wo Verbundenheit fehlt.
Was wir im Alltag der Stiftung Dreipunkt erleben
In der Stiftung Dreipunkt begleiten wir Jugendliche und junge Erwachsene auf ihrem Weg in Ausbildung und Arbeitswelt. Dabei erleben wir immer wieder, dass Einsamkeit nicht immer sichtbar ist. Manche Jugendliche ziehen sich zurück, andere wirken fröhlich und offen – und fühlen sich innerlich dennoch allein.
Eine Jugendliche brachte dieses Gefühl einmal so auf den Punkt:
«Ich bin jeden Tag unter Leuten – und trotzdem fühlt es sich an, als wäre ich allein.» - Alissa, 16 Jahre
Unsere Erfahrung zeigt: Häufig ist nicht eine fehlende Lösung das Problem, sondern eine fehlende Beziehung. Ein wertschätzendes Gespräch, gemeinsames Arbeiten oder eine verlässliche Bezugsperson können dazu beitragen, dass Jugendliche wieder Vertrauen fassen und neue Perspektiven entwickeln.

Zugehörigkeit lässt sich nicht ersetzen
Einsamkeit lässt sich nicht einfach beseitigen. Sie kann jedoch kleiner werden, wenn junge Menschen erleben, dass sie dazugehören. Familie, Freundschaften, Vereine, Schulen, Ausbildungsbetriebe und soziale Institutionen spielen dabei eine entscheidende Rolle.
Auch in der Stiftung Dreipunkt erleben wir täglich, wie wertvoll eine verlässliche Bezugsperson, gemeinsame Erfolgserlebnisse und ein respektvolles Miteinander sind. Wer sich angenommen fühlt, gewinnt häufig wieder Mut, Neues auszuprobieren, Verantwortung zu übernehmen und den nächsten Schritt in Richtung Ausbildung oder Beruf zu wagen.
Denn manchmal beginnt eine neue Perspektive nicht mit einer grossen Veränderung, sondern mit einem ehrlichen Gespräch und dem Gefühl, nicht alleine zu sein.



